Die Ausstattung des Treppenhauses des Musée d'art et d'histoire ist ein in der Schweiz einzigartiges Meisterwerk der Gesamtkunst. Das dekorative Ensemble stammt vom Neuenburger Maler Léo-Paul Robert und entstand hauptsächlich zwischen 1886, dem Jahr, in dem die drei großen Gemälde in Auftrag gegeben wurden, und 1908, als das große Glasfenster an der Fassade des Museums angebracht wurde.
Die monumentalen Gemälde von Robert stellen die drei Regionen des Kantons dar: Neuenburg oder das intellektuelle und moralische Leben, Le Val-de-Ruz oder das ländliche Leben und La Chaux-de-Fonds oder das industrielle Leben. Sie vermitteln eine starke religiöse Botschaft, die durch die Verzierung der Wände und der Kuppel, die in Zusammenarbeit mit dem englischen Dekorationskünstler Clement Heaton entstanden ist, noch verstärkt wird. In einer Feier des Göttlichen durch die Darstellung von Pflanzen und himmlischen Wesen wurde dieser Rahmen mit innovativen Techniken gestaltet, die speziell für dieses Projekt entwickelt wurden, wie beispielsweise geprägtes Tapetenpapier und Cloisonné.
Die Gestaltung des Treppenhauses des Museums für Kunst und Geschichte Neuenburg ist ein echtes Gesamtkunstwerk, das heute noch fasziniert. Welche Geschichte verbirgt sich dahinter? Welche visionären Künstler haben dieses einmalige Werk geschaffen? Was offenbart sich in den Details seiner monumentalen Gemälde und seiner einzigartigen Architektur? Diese Fragen werden an einer Medienstation beantwortet, eine grosszügige Spende von ARTHIS – der Verein der Freunde des Museums für Kunst und Geschichte.
Um das Dekor seines bemerkenswerten Treppenhauses aufzuwerten, hat sich das Museum für Kunst und Geschichte (MahN) entschieden, eine Medienstation aufzustellen, um den Besuchenden eine neue Visualisierungsplattform zu bieten. Mit dem Einsatz dieser neuen Technologien wird sowohl ein pädagogisches als auch ein wissenschaftliches Ziel verfolgt: Einerseits erhalten die Besucherinnen und Besucher Einblick in Details, die von blossem Auge kaum erkennbar sind und sie können die Informationen je nach Interesse frei auswählen.
Das Besuchserlebnis wird um ein Vielfaches gesteigert
Im Saal des ersten Stocks des Museums – von wo aus sich der beste Gesamtüberblick bietet – wurde ein interaktiver Touchscreen installiert, auf dem die Besucherinnen und Besucher sämtliche Feinheiten der drei monumentalen Gemälde von Léo-Paul Robert (1851-1923) entdecken können. Diese Gemälde stellen in einer apokalyptischen Symbolik die drei Hauptregionen des Kantons Neuenburg mit ihren spezifischen Tätigkeiten dar. In Neuenburg: das intellektuelle Leben, die Herrlichkeit Gottes und das Jüngste Gericht. In Val-de-Ruz: das bäuerliche Leben, die Wiederherstellung der durch die menschlichen Tätigkeiten geschädigten Natur sowie der Frieden und das Reich Gottes. In La Chaux-de-Fonds: das industrielle Leben, die Beilegung des Sozialkonflikts und das Wohlwollen gegenüber den Menschen in einer vorapokalyptischen Zeit. Auf dem Touchscreen können sämtliche Gestaltungselemente des Treppenhauses erkundet werden: die Glasmalerei, die Cloisonnés und das mit Engeln und Sternen übersäte Gewölbe des englischen Künstlers Clement Heaton (1861-1940) im Geiste des Jugendstils. Eine zeitgenössische Lesart auf dieses aussergewöhnliche Ensemble vermittelt eine Aufnahme des Neuenburger Fotografs Yann Mingard (*1973).
Die grosszügige Unterstützung von ARTHIS
Dieses Projekt wäre ohne die grosszügige Unterstützung des Vereins der Freunde des Museums für Kunst und Geschichte (ARTHIS) nicht möglich gewesen. Der Verein bietet seit über 20 Jahren Aktivitäten und Vorteile für alle Personen, die an der Kunst, Geschichte, angewandten Kunst und Numismatik interessiert sind.